Wie arbeitet eine Bürgermeisterin? Wie entstehen Entscheidungen? Wie fühlt es sich an, im Gemeinderat zu sitzen? 23 Schülerinnen der 4. Klassen unserer Mittelschule Digital+ erlebten das am 12. Oktober hautnah. Siehe auch unter Fotos.
Im Rahmen von „Girls in Politics“ öffnete Bürgermeisterin Susanna Kittinger die Türen des Gemeindeamtes und lud die Mädchen dazu ein, einen Vormittag lang hinter die Kulissen der Gemeindepolitik zu blicken. Die Initiative verfolgt das Ziel, Mädchen Politik auf Gemeindeebene ganz unmittelbar näherzubringen, weibliche Vorbilder sichtbar zu machen und Interesse an politischem Engagement zu wecken.
Besonders erfreulich war das große Interesse: 23 Mädchen aus den 4. Klassen der Mittelschule St. Andrä-Wördern meldeten sich für den Aktionstag an. Möglich wurde dieser erfolgreiche Vormittag auch durch die sehr gute Zusammenarbeit zwischen Gemeinde und Mittelschule.
Zum Auftakt führte Bürgermeisterin Susanna Kittinger die Schülerinnen durch das Gemeindeamt und gab ihnen einen persönlichen Einblick in die vielfältigen Aufgaben einer Bürgermeisterin. Anschließend ging es um die Grundlagen der Gemeindepolitik: Welche Aufgaben haben Bürgermeisterin und Gemeinderat? Welche Rolle spielen politische Parteien und Ausschüsse? Was macht der Gemeindevorstand und wie kommt eine Entscheidung im Gemeinderat überhaupt zustande?
Dass Demokratie am besten verstanden wird, wenn man sie selbst ausprobiert, zeigte der anschließende Workshop. Die Mädchen gründeten eigene Parteien, gaben ihnen Namen, wählten ihre Vorsitzenden und überlegten gemeinsam, welche Themen ihnen für ihre Heimatgemeinde besonders wichtig sind. Doch bei Ideen allein blieb es nicht: Für ihre Anliegen mussten auch konkrete Umsetzungsvorschläge erarbeitet werden.
Nach einer gemeinsamen Stärkung wurde es spannend: Die einzelnen Gruppen präsentierten ihre Vorschläge, diskutierten darüber und stimmten anschließend wie in einer echten Gemeinderatssitzung darüber ab. Und natürlich durfte auch eine Bürgermeisterinnenwahl nicht fehlen. Damit konnten die Schülerinnen selbst erleben, dass Kommunalpolitik von Diskussion, unterschiedlichen Standpunkten, Kompromissen und gemeinsamen Entscheidungen lebt. Ein solches interaktives Kennenlernen von Gemeindepolitik ist ein zentraler Bestandteil des „Girls in Politics“-Konzepts.
Unterstützt wurde Bürgermeisterin Susanna Kittinger an diesem Vormittag von Christina Löblich, Obfrau der Mittelschulgemeinde St. Andrä-Wördern, sowie von Gemeinderätin Dr. Elisabeth Seidl. Sie erzählten den Mädchen von ihren persönlichen Lebenswegen und ermutigten sie, Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten zu haben, ihre Meinung zu vertreten und mutig ihren eigenen Weg zu gehen. Gerade der Austausch mit politisch engagierten Frauen soll jungen Mädchen Vorbilder zeigen und ihnen unterschiedliche Wege in die Politik näherbringen.
Für Bürgermeisterin Susanna Kittinger stand dabei vor allem der persönliche Austausch im Mittelpunkt:
„Ich habe mich sehr darüber gefreut, dass so viele Mädchen unserer Mittelschule diese Gelegenheit genutzt haben. Mir ist wichtig, dass junge Menschen sehen: Gemeinde und Politik sind nichts Abstraktes. Hier werden Entscheidungen getroffen, die unser tägliches Leben unmittelbar betreffen. Und vor allem möchte ich den Mädchen mitgeben: Traut euch, eure Meinung zu sagen, bringt eure Ideen ein und gestaltet mit. Politik braucht engagierte junge Frauen.“
Der Aktionstag zeigte eindrucksvoll, wie lebendig politische Bildung sein kann. Ein besonderer Dank gilt der Mittelschule St. Andrä-Wördern für die ausgezeichnete Zusammenarbeit und den 23 Schülerinnen, die sich mit so viel Interesse, Kreativität und Engagement eingebracht haben.
„Girls in Politics“ ist eine gemeinsame Initiative des Bundesministeriums für Frauen, Wissenschaft und Forschung, des Österreichischen Gemeindebundes und des Österreichischen Städtebundes und findet seit 2022 statt. Ziel ist es unter anderem, Politik niederschwellig erlebbar zu machen, Vorbilder sichtbar zu machen und Mädchen für politisches Engagement zu interessieren.